Der römische Limes in Österreich

Danube Limes IÖG Übersichtskarte des römischen Limes
 

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Schlögen / IOVIACUM

Das Donaukastell liegt am Beginn der "Schlögener Schlinge", in der Antike eine gefährliche Engstelle, die heute durch den Rückstau des Kraftwerkes Aschach entschärft ist. Vor der Regulierung bildeten sich an der scharfen Kurve der Donau durch Schotterbänke und -inseln seichte Nebenarme. Auf der Niederterrasse zwischen Adlersbach (auch: Andlersbach) und Mühlbach lag das Kleinkastell, westlich davon der Vicus auf dem 7 m höheren Plateau. Die altertümliche Bezeichnung "Hochgupf" verweist auf die über der Donau liegende, hochwassergeschützte Lage. Von der am Lager vorbeiführenden Straße führte eine kurze Verbindung durch das Freyental Richtung SO in das Eferdinger Becken.

Denkmäler

Die 0, 65 ha große militärischen Anlage eines ummauerten, trapezförmigen Kleinkastells folgt in seiner längsten Seite dem Verlauf des Donauflusses. Der Adlersbach, der in der Antike weiter östlich floss, bildet die westliche Begrenzung. Der Vicus, der 7 m über dem Niveau westlich des Kastells liegt, folgte dem Verlauf der Straße, die aus dem Kastell führte. Die eigentliche Hafenanlage war vermutlich im toten Donauarm, der zwischen einer Schotterinsel entstanden war, flussaufwärts gelegen.

Zustand:

Das Westtor wurde konserviert.

Präsentation:

Informationstafel des Oberösterreichischen Landesmuseums am westlichen Kastelltor, vor dem Hoteleingang.

Tourismus:

Die Donauschlinge bei Schlögen ist eine der landschaftlichen Höhepunkte im österreichischen Donautal. Der Donau-Radweg führt am Gelände des Kastells vorbei. Hier befindet sich eine Schiffsanlegestelle. Eine Fähre ermöglicht das Übersetzen auf das nördliche Ufer.
Mehrere Wanderwege bieten einen Ausblick auf die Schlögener Schlinge, so der "Linetshuber Ausblick". Auf dem nördlichen Donauufer führt der Naturlehrpfad "Donauschlinge" von Au nach Grafenau.
Übernachtungsmöglichkeiten bieten das Hotel und der Campingplatz.

Lateinischer Name:

JOVIACUM
Allgemein gleichgesetzt mit JOVIACUM, Sitz einer Liburnariereinheit der 2. Italischen Legion (Notitia Dignitatum Occ.XXXIV 37). Itinerarium Antonini (249,1). Genannt in der Vita Severini.

Zeitstellung

Datierung:

150 AD - 488 AD

Phase:

Römische Kaiserzeit

Literatur

Eckhart 1969, 5ff. Genser 1986, 45f. Ch. Schwanzar in: Kandler-Vetters 1989, 74ff. Ch. Schwanzar in: Friesinger-Krinzinger 1997, 160 ff. Bender-Moosbauer 2003, 225.

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Text und Bearbeitung: Eva Kuttner