Der römische Limes in Österreich

Danube Limes IÖG Übersichtskarte des römischen Limes
 

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CARNUNTUM

Carnuntum liegt am strategisch wichtigen Punkt des Donaudurchbruchs durch die Kleinen Karpaten in Nähe der Marchmündung. Entlang der March führte die Bernsteinstraße, ein von der Ostsee zum Mittelmeer führender Handelsweg.

Denkmäler

Das unter Kaiser Claudius errichtete Lager der XV. Legion liegt zwischen den heutige Orten Bad Deutsch-Altenburg und Petronell. Später von der XIV. Legion übernommen erlangte das Lager mehrfach historische Bedeutung. Kaiser Marc Aurel schlug hier 171/172 n. Chr. sein Winterlager auf, und es kam zum sogenannten "Regenwunder". Septimius Severus wurde 193 n. Chr. in Carnuntum zum Kaiser ausgerufen wurde. Die 307 oder 308 n. Chr. abgehaltene Kaiserkonferenz (Diokletian, Maximian und Galerus) sollte die römische Tetrarchie entscheiden.
Um das Lager schlossen sich die canabae legionis an, ein Forum lag im Westen.
Die unter Kaiser Hadrian zur autonomen Stadt erhobene Zivilsiedlung liegt westlich des heutigen Ortes Petronell. 193 n. Chr. wurde die Stadt zur Colonia Septimia Aurelia Antoniniana KARNUNTUM. Hier zweigte von der Limesstraße nach Wien/VINDOBONA eine wichtige Verbindung nach Süden über SCARBANTIA ab. An dieser liegt das sogenannte "Heidentor", das Wahrzeichen von Carnuntum, das wahrscheinlich als Triumphmal unter Constantius II. errichtet wurde.
Ein Auxiliarlager, mehrere Wachttürme und Straßenbefunde, zwei Amphitheater, Thermenanlagen, mehrere Tempelanlagen sind bekannt und vieles in gutem Zustand erhalten.
Maßnahmen der Forschung, Konservierung und Rekonstruktion machen Carnuntum zum größten sichtbaren römerzeitlichen Denkmal in Österreich.
Weitere, detailierte Informationen zum archäologischen Großraum Carnuntum finden sich auf den Websites der Forschungseinrichtungen.

Diese Fundstelle steht unter Denkmalschutz.

Lateinischer Name:

CARNUNTUM
erste Nennung 6 n. Chr. Itinerarium Antonini 247.4, 262.8. Tab. Peut. IV/2.

Zeitstellung

Datierung:

6 AD - 400 AD

Phase:

Römische Kaiserzeit

Literatur

Genser 1986, 574ff. M. Kandler in: Kandler-Vetters 1989, 202ff. M. Kandler in: Friesinger-Krinzinger 2002, 258ff.

 

Text und Bearbeitung: Eva Kuttner